Ein KI-Text wird menschlicher, wenn er nach einer bestimmten Person klingt, nicht aber wenn sie generische Ausdrücke und Floskeln verwendet. Das gelingt mit Beispielen einer realen Person und daraus abgeleiteten Regeln mit denen die KI arbeiten kann. Denn eine KI kann nur das benutzen, was ihr zur Verfügung gestellt wird und ohne wirkliche Textbeispiel schafft sie es nicht, wie du zu klingen. Umschreib-Tools, die einen Text „humanisieren“ sollen, tauschen dagegen vor allem Wörter und Satzbau aus. Danach klingt der Text anders, aber meistens immer noch nach niemandem und sind überhaupt nicht spannend zu lesen. Bestimmt werden die KI-Modelle auch bald diese humanisierten Texte als KI Texte entlarven können.
Für Therapeutinnen, Beraterinnen und Coaches ist dieser Unterschied wichtig. Ihre Texte sollen Vertrauen aufbauen, Menschen zeigen, wie sie hier unterstützt werden können und es soll auch den Suchmaschinen und Robotern vermittelt werden, dass hier Expertise vorhanden ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein KI-Text wird menschlicher, wenn er nach einer bestimmten Person klingt.
- Humanizer-Tools tauschen vor allem Wörter und Satzbau aus und helfen eher gegen Detektoren als für die eigene Stimme.
- Wirksamer ist ein Regelwerk zur eigenen Stimme mit Beispielen, das die KI bei jedem Text mitliest.
- Paare aus KI-Entwurf und eigener Endfassung zeigen am deutlichsten, wie man klingen will.
- Ein Stimme-Skill in Claude hält diese Regeln fest und wird mit jeder Korrektur genauer.
Was heisst es, einen KI-Text menschlicher zu machen?
Einen KI-Text menschlicher zu machen heisst, die typischen Muster der KI herauszunehmen und dafür die Eigenheiten einer echten Person hineinzubringen. Das sind zwei verschiedene Arbeiten, wobei die erste mit einer Liste gelöst werden kann, für die zweite hingegen braucht es Material von der Person selbst: eigene Texte, Sprachnachrichten und die Änderungen, die sie an Entwürfen von der KI macht.
Ein Text klingt menschlich, wenn man die Person dahinter wiedererkennt. Fehlerfrei und flüssig ist ein KI-Text meistens schon. Was fehlt, sind die Wörter, Bilder und kleinen Umwege, die nur von dieser einen Person kommen und die tatsächliche menschliche Erlebnisse und Gefühle darstellen.
Woran erkennt man KI-Texte?
KI-Texte erkennt man vor allem an wiederkehrenden Mustern: sehr gleichmässigen Sätzen, vielen Gedankenstrichen, Dreierreihen und Gegenüberstellungen nach dem Muster „nicht X, sondern Y“. Dazu kommen Sätze über den Text selbst („In diesem Artikel erfährst du …“) und Schlusssätze, die noch einmal alles bekräftigen. Oft passt auch die Begeisterung im Text nicht zum Inhalt oder man findet immer wieder dieselben Floskeln vor.
Einzeln ist keines dieser Muster wirklich ein Problem, finde ich. Zwar finde ich es schon auch nervig immer wieder dieselben Dinge zu lesen und bin häufig auch schon nach dem ersten Gedankenstrich wieder weg. Was ich schade finde, denn früher habe ich tatsächlich sehr gerne Gedankenstriche als Textelement benutzt.
All diese Elemente zusammen ergeben den glatten Ton, den viele Menschen inzwischen nach wenigen Zeilen als künstlich erkennen. Eine ausführlichere Liste steht im Artikel Mit KI schreiben, ohne dass es nach KI klingt.
Helfen KI-Humanizer und Umschreib-Tools?
KI-Humanizer helfen vor allem dabei, einen Text an KI-Detektoren vorbeizubringen, sagt man. Ich selbst habe tatsächlich noch gar nie ein solches Tool ausprobiert. Dass er danach nach dir klingt, dass glaube ich eher nicht. Sie stellen Sätze um, ersetzen Wörter durch Synonyme und streuen manchmal kleine Unregelmässigkeiten ein. Danach liest sich der Text etwas holpriger, ohne dass eine Person dahinter sichtbar wird. Bei Fachtexten kann sich dabei zudem leicht die Bedeutung verschieben, wenn ein genauer Begriff durch einen ungenauen ersetzt wird. Wie es richtig heissen soll, weisst du als Experte oder Expertin, die KI jedoch nicht unbedingt.
Dazu kommt, dass KI-Detektoren selbst wenig verlässlich sind. OpenAI hat sein eigenes Erkennungs-Tool 2023 wieder vom Netz genommen, weil es zu oft falsch lag (OpenAI, 2023). Wer also einen Text für einen Detektor umschreibt, optimiert auf ein ziemlich unsicheres Messgerät. Für Selbständige zählt ohnehin eine andere Frage: Erkennt meine Leserin mich in diesem Text wieder? Kann ich Vertrauen aufbauen? Passt meine Art zu arbeiten, zu denken und zu schreiben zu meinen potentiellen Kunden?
Wie kann man KI-Texte verbessern, ohne alles neu zu schreiben?
KI-Texte werden mit weniger Aufwand besser, wenn ein grosser Teil der Arbeit schon vor dem Schreiben passiert. Statt jeden Entwurf von Hand umzubauen, bekommt die KI einmal ein Regelwerk zur eigenen Stimme und hält sich bei jedem Text daran. Korrigiert, angepasst und verschönert wird danach immer noch, nur deutlich weniger lang.
Ein solches Regelwerk enthält zum Beispiel:
- wie lang die eigenen Sätze sind und welchen Rhythmus die Texte haben
- typische Wörter, Wendungen und Bilder
- wie man Leserinnen anspricht und ob du oder Sie verwendet wird
- was sich zwischen Newsletter, Blogartikel und Mail verändert
- eine Liste mit Mustern, die nie in einem Text vorkommen sollen (zum Beispiel der Gedankenstrich)
- Paare aus KI-Entwurf und eigener Endfassung
Die Paare sind der wertvollste Teil. Jede Korrektur an einem Entwurf zeigt sehr genau, wie man klingen will. Wer sie sammelt und daraus Regeln macht, muss dieselbe Korrektur irgendwann nicht mehr machen.
Warum klingt ein KI-Text trotz Beispieltexten nicht nach mir?
Ein KI-Text klingt trotz Beispieltexten oft fremd, weil die KI aus wenigen Beispielen nur grobe Merkmale ableitet und den Rest mit ihrem eigenen Durchschnitt füllt. Sie übernimmt vielleicht die Anrede und die Satzlänge, aber nutzt gleichzeitig Wörter, die man nie verwenden würde. Im nächsten Chat ist zudem alles wieder weg, wenn nicht mit Skills gearbeitet wird.
Ein zweiter Grund liegt in der Selbsteinschätzung. Viele Menschen beschreiben ihren Stil anders, als er tatsächlich ist. Wer „locker und humorvoll“ in den Prompt schreibt, meint damit etwas sehr Bestimmtes, das die KI nicht kennt. Zuverlässiger sind deshalb Regeln, die aus den eigenen Texten belegt sind, mit einem Beispielsatz zu jeder Regel.
Welche Regeln gegen KI-Klang lohnen sich?
Gegen KI-Klang lohnen sich vor allem Regeln, die die häufigsten Muster gezielt ausschliessen. Diese fünf haben eine grosse Wirkung:
1. Keine Gedankenstriche als Satzzeichen (ja, ich weiss, ich wiederhole mich - doch mich ärgern diese Gedankenstriche ganz besonders)
2. Keine Gegenüberstellung nach dem Muster „nicht X, sondern Y“ und keine Abwandlung davon.
3. Kein Absatz, der mit einer Verneinung beginnt.
4. Keine Sätze über den Text selbst.
5. Keine drei gleich gebauten Sätze oder Satzteile hintereinander.
Dazu passen persönliche Regeln, die nur für einen selbst gelten. Bei mir steht zum Beispiel, dass vor „und“ nie ein Komma steht, das ist etwas, was sich für mich total nach KI anfühlt und etwas, was ich selbst nie gemacht habe. Solche Regeln sind eine bewusste Entscheidung und nicht jede passt zu jeder Person. Wichtig ist, dass die KI am Ende jeden Text selbst gegen die Liste prüft, bevor sie ihn abgibt.
Wie bekomme ich einen KI-Text, der wirklich nach mir klingt?
Einen KI-Text, der nach dir klingt, bekommst du mit einem eigenen Stimme-Skill, der aus deinen Texten gebaut ist und mit jeder Korrektur genauer wird. Dafür habe ich die Schreibstimme-Skills für Claude entwickelt. Sie lesen deine Texte und Sprachnachrichten und suchen darin belegte Muster. Bei einer Markierprobe streichst du, was nicht nach dir klingt. Am Ende bekommst du deinen fertigen Stimme-Skill. Danach vergleicht ein weiterer Skill jeden Entwurf mit deiner veröffentlichten Fassung und schlägt neue Regeln vor.
Was Skills sind und wie man sie installiert, erklärt der Artikel Claude Skills: Was sie sind und wie Selbständige eigene Skills bauen. Auf der Seite Deine Schreibstimme als Skill steht, wie du mit dem Kurs selbst startest oder mit mir zusammen. In der persönlichen Begleitung lese ich deine Texte mit, baue den Stimme-Skill mit dir auf und wir schärfen ihn an deinen ersten echten Texten nach.
Welcher Satz in KI-Texten stört dich am meisten?
Häufige Fragen zu menschlicheren KI-Texten
Kann man einen KI-Text menschlich machen, ohne alles neu zu schreiben?
Ja, wenn die KI vor dem Schreiben ein Regelwerk zur eigenen Stimme bekommt. Korrigiert wird danach immer noch, meistens aber deutlich kürzer.
Sind KI-Detektoren zuverlässig?
KI-Detektoren liegen oft daneben. OpenAI hat sein eigenes Erkennungs-Tool 2023 wieder vom Netz genommen, weil es zu oft falsch lag.
Was ist ein Stimme-Skill?
Ein Stimme-Skill ist eine gespeicherte Anleitung mit Regeln und Beispielsätzen dazu, wie die eigenen Texte klingen. Claude lädt ihn von selbst, sobald ein Text geschrieben wird.

Über die Autorin
Goni Boller schreibt Texte und baut seit 2013 Websites für Selbständige in Beratung, Coaching und Therapie und für kleine Teams. Ihre Websites baut sie mit WordPress und Divi, so dass ihre Kundinnen sie danach selbst pflegen können.
Unter Ufgfädlet bringt sie Wissen in Form: in Texte, die nach den Menschen dahinter klingen, in Websites, in denen sie sich wiedererkennen, in KI-Abläufe, die ihnen Handgriffe abnehmen. Sie arbeitet täglich selbst mit KI und zeigt, wie damit Texte entstehen, die nach der eigenen Stimme klingen.