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Nutzt du schon GPTs, Gems oder ähnliche praktische eigene Instruktionen für deine Lieblings-KI? Wenn ja, mag es für dich spannend sein, dass sich ChatGPT und Gemini scheinbar entschieden haben diese zu Skills oder Plugins umzuwandeln. Bei Claude gibt es beides schon, das macht jedoch nicht unbedingt unkomplizierter zu verstehen, was das alles ist. In diesem Artikel versuche ich etwas Klarheit reinzubringen, soweit ich es verstanden habe und hoffe, dass die Änderungen glatt über die Bühne gehen.

Google ersetzt die Gemini Gems ab dem 17. November 2026 durch Skills und OpenAI stellt die eigenen GPTs in ChatGPT am 11. Dezember 2026 ein. Die Gems werden dabei automatisch umgewandelt, die eigenen GPTs lassen sich in ein Plugin überführen. Wer bisher mit einem Gem oder einem eigenen GPT gearbeitet hat, verliert also nicht die schon erarbeiteten Abläufe. Ein paar Dinge lohnen sich trotzdem vor der Umstellung, damit sicher nichts verloren geht.

Stand dieses Artikels ist Mitte Oktober 2026. Beide Anbieter passen ihre Zeitpläne gelegentlich an, die Hinweise im eigenen Konto gehen deshalb vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google wandelt Gemini Gems in privaten Konten ab dem 17. November 2026 automatisch in Skills um.
  • Eigene GPTs in ChatGPT laufen am 11. Dezember 2026 aus und werden zu Plugins mit einem Skill darin. Die Migration startet man selbst.
  • Übernommen werden Anweisungen und Wissensdateien, bei GPTs nur die zuletzt veröffentlichte Fassung.
  • Eine Kopie der Anweisungen auf dem eigenen Computer sichert die Arbeit vor der Umstellung.
  • Neue Anleitungen lohnt es sich gleich als Skill oder als Text zu schreiben, der sich in jedes Tool mitnehmen lässt.

Was passiert mit den Gemini Gems?

Die Gemini Gems in privaten Google-Konten werden ab dem 17. November 2026 automatisch in Skills umgewandelt. Bis zur Umwandlung lassen sich die Gems wie gewohnt nutzen. Die hochgeladenen Wissensdateien ziehen mit um, soweit Google sie unterstützt.

Ein paar Bedingungen sind neu (TechRepublic, 2026):

  • Skills setzen ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.
  • Die Gemini-Aktivitäten müssen gespeichert werden. Wer diese Einstellung bewusst ausgeschaltet hat, muss sie für Skills wieder einschalten.
  • Skills sind ohne bezahltes Abo nutzbar.
  • Geteilte Links zu einem Gem funktionieren nach der Umstellung womöglich nicht mehr wie bisher.

Für die meisten privaten Konten passiert die Umstellung also ohne eigenes Zutun. Neu ist vor allem, dass ein Skill in jedem normalen Gemini-Chat funktioniert. Man ruft ihn mit seinem Namen auf oder Gemini zieht ihn selbst dazu, wenn eine Aufgabe passt. Mehrere Skills lassen sich in einem Chat kombinieren.

Google rollt Skills seit dem 13. Oktober 2026 auch in kostenlosen privaten Konten aus. Bis Mitte November sollen sie überall verfügbar sein. Die eigenen Workspace-Skills für Business- und Enterprise-Pläne hat Google in derselben Ankündigung auf unbestimmte Zeit verschoben. Angekündigt ist ausserdem, dass sich Gemini-Skills bald teilen und mit Google Drive verknüpfen lassen. Beides ist noch nicht verfügbar (Stand 23. Oktober 2026).

Was passiert mit eigenen GPTs in ChatGPT?

Eigene GPTs in ChatGPT laufen am 11. Dezember 2026 aus und werden durch Plugins ersetzt. Ein Plugin bündelt Anweisungen, Referenzdateien und verbundene Apps. Bei der Umstellung wird aus den Anweisungen eines GPT ein Skill im Plugin und die Wissensdateien werden kopiert (OpenAI, 2026). Diese Umstellung startet man allerdings selbst, für jeden GPT einzeln unter „My GPTs“ mit „Migrate to plugin“. Enterprise-Konten mit genehmigtem Aufschub haben bis zum 11. Februar 2027 Zeit (EdTech Innovation Hub, 2026).

Zurück bleiben:

  • bisherige Chats mit dem GPT
  • eigene Aktionen, also Verbindungen zu anderen Diensten
  • das gewählte Modell
  • die Freigaben: Das neue Plugin ist zuerst privat

Übernommen wird nur die zuletzt veröffentlichte Fassung eines GPT. Entwürfe und unveröffentlichte Änderungen bleiben zurück. Nach der Umstellung lässt sich der alte GPT bis zum Stichtag noch nutzen, aber nicht mehr bearbeiten. Welche Abos in welchem Umfang Plugins bekommen, beschreibt OpenAI je nach Konto unterschiedlich und mir ist nicht klar, was nun gilt. Der Hinweis im eigenen ChatGPT ist hier die verlässlichste Quelle.

Was ist ein Skill und warum setzen alle Anbieter darauf?

Ein Skill ist eine gespeicherte Anleitung für eine bestimmte Aufgabe, die die KI selbst hervorholt, wenn eine Anfrage dazu passt. Ein Gem oder ein eigener GPT war eine eigene kleine Assistenz, die man gezielt öffnen musste. Ein Skill ist dagegen in jedem Chat dabei und lässt sich mit anderen Skills kombinieren. Ich nutze zum Beispiel einen Schribstimmen-Skill (neben etwa 40 anderen Skills): Wenn immer ich KI beauftrage etwas für mich zu schreiben, nutzt es diesen Skill, was dazu führt, dass die Texte mehr nach mir klingen. Überarbeiten tue ich sie natürlich trotzdem immer noch, ich glaube nicht, dass die KI es schafft meinen Ton genau zu treffen und immer genau das zu schreiben, was ich geschrieben haben möchte, egal wie genau meine Instruktionen vor dem Schreiben sind. Und das ist auch gut so, Menschen wollen von Menschen lesen, nicht von einer KI!

Claude arbeitet schon länger mit Skills. Dort ist ein Skill ein Ordner mit einer Textdatei, die oben einen Namen und eine kurze Beschreibung trägt und darunter die Anleitung. Wie das genau aussieht, steht im Artikel Claude Skills: Was sie sind und wie Selbständige eigene Skills bauen. Für Selbständige ist die Entwicklung eine gute Nachricht, weil sich eine sauber geschriebene Anleitung leichter von einem Tool ins andere mitnehmen lässt.

Lohnt es sich noch, einen eigenen GPT oder ein Gem zu erstellen?

Einen neuen eigenen GPT oder ein neues Gem zu erstellen, lohnt sich im Herbst 2026 kaum noch. Ein Gem wird in wenigen Wochen automatisch zum Skill, ein eigener GPT wird nach der Migration zu einem Plugin mit einem Skill darin. Wer jetzt etwas Neues aufbaut, schreibt die Anleitung besser gleich als Skill oder als Text, der sich später in jedes Tool kopieren lässt.

Das Wichtigste an einem guten GPT oder Gem waren ohnehin die Anweisungen: wer man ist, wie man schreibt, wie eine Aufgabe abläuft. Diese Arbeit bleibt wertvoll, egal wie die Hülle gerade heisst.

Was ist mit ChatGPT-Projekten?

ChatGPT-Projekte bleiben bestehen und sind für viele Selbständige ein guter Ort für die eigenen Anweisungen. Ein Projekt ist ein Arbeitsbereich mit eigenen Anweisungen und Dateien. Alle Chats darin kennen dieses Wissen. Wer im Plus-Abo arbeitet und noch nicht weiss, wie die Plugins dort aussehen werden, kann seine Anweisungen bis dahin in einem Projekt ablegen. Der Nachteil: Ein Projekt wirkt nur innerhalb des Projekts.

Das gilt natürlich nicht nur für ChatGPT, sondern für alle KIs, die Projekte haben. Gibt es KIs die keine Projekte anbieten. Auf jeden Fall alle, die ich nutze oder genutzt hatte, boten die Funktion der Projekte an.

Wie sichert man Anweisungen aus einem Gem oder GPT vor der Umstellung?

Am sichersten ist eine Kopie aller Anweisungen und Dateien als eigene Datei auf dem Computer, bevor die Umstellung läuft. Dafür reichen ein paar Minuten:

1. Das Gem oder den GPT zum Bearbeiten öffnen.

2. Den ganzen Text aus dem Feld für die Anweisungen in ein Dokument kopieren, mit Name und Beschreibung darüber.

3. Die hochgeladenen Wissensdateien in einem Ordner sammeln, falls sie nicht ohnehin schon auf dem Computer liegen.

4. Gesprächseinstiege und typische Aufträge notieren, die man oft verwendet hat.

So bleibt die Arbeit erhalten, auch wenn bei der Umstellung etwas nicht so übernommen wird wie erwartet. Die Kopie ist zugleich der beste Ausgangspunkt, um die Anleitung bei Gelegenheit zu überarbeiten. Viele Anweisungen aus der ersten GPT-Zeit sind ziemlich lang und allgemein. Als Skill wirken sie meistens besser, wenn sie kürzer sind und mit Beispielen arbeiten.

Welcher Skill lohnt sich für Selbständige als Erstes?

Für Selbständige lohnt sich als erster Skill meistens die eigene Schreibstimme, weil jeder Text davon profitiert. Ein Stimme-Skill hält fest, wie die eigenen Texte klingen, welche Wörter passen und welche Muster nie vorkommen sollen. Damit klingen Newsletter, Blogartikel und Angebotsseiten nach der Person und deutlich weniger nach KI.

Genau dafür habe ich die Schreibstimme-Skills für Claude gebaut. Sie bauen mit dir aus deinen eigenen Texten und Sprachnachrichten einen Stimme-Skill, dazu auf Wunsch einen Marken-Skill, einen Steckbrief und eine Angebotsübersicht. Weil diese eigenen Skills Text sind, lassen sie sich auch in Gemini als Skill oder in ChatGPT in einem Projekt nutzen. Auf der Seite Deine Schreibstimme als Skill steht, wie du mit dem Kurs startest oder den Stimme-Skill in der persönlichen Begleitung mit mir aufbaust.

Wer einen bisherigen GPT oder ein Gem mitbringt, kann darauf aufbauen. Ich schaue mir die Anweisungen gerne mit dir an.

Mit welchem Tool arbeitest du gerade am meisten?

Häufige Fragen zu Gems, GPTs und Skills

Muss ich für die Umstellung der Gemini Gems etwas tun?

In privaten Google-Konten werden Gems ab dem 17. November 2026 automatisch zu Skills. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren und gespeicherte Gemini-Aktivitäten.

Wie migriere ich einen eigenen GPT in ChatGPT?

Unter „My GPTs“ gibt es bei jedem GPT die Option „Migrate to plugin“. Übernommen wird die zuletzt veröffentlichte Fassung mit Anweisungen und Wissensdateien, eigene Aktionen müssen neu eingerichtet werden.

Was passiert mit den bisherigen Chats eines GPT?

Die bisherigen Chats bleiben beim alten GPT und ziehen nicht ins neue Plugin um. Wichtige Ergebnisse daraus sichert man am besten vor dem 11. Dezember 2026.